BBSC Berlin – NawaRo Straubing 0:3 (-19, -12, -9)
Der Tabellenzweite der Sparda 2. Bundesliga Pro Damen, NawaRo Straubing, präsentierte am Samstagabend dem Berliner Publikum, wie in dieser Liga moderner Volleyball gespielt wird – die Berlinerinnen hatten in der gezeigten Form keine Chance.
Der BBSC trat gegen Straubing zunächst ohne die nicht zur Verfügung stehende Sarah Nur Kayadibi und die gehandicapte Annalena Grätz an. Von der 1. Minute an setzten die Gäste mit ihrem Aufschlagspiel die Berliner Annahme unter immensen Druck – der 5:10 Rückstand war schon ein Ausrufezeichen. In dieser Phase gelang es den Berlinerinnen wenigstens noch, die Angriffspower der Straubinger durch eigenes druckvolles Aufschlagspiel und taktisches Angriffsspiel auszubremsen.
Beginnend mit dem 2. Satz ließen sich die Gastgeberinnen nach Strich und Faden überrennen. Nicht nur die Aufschläge waren reines Gift für die Berliner Annahme (12 direkte Annahmefehler), sondern auch jegliche schnelle Angriffsaktion der Gäste versetzte die Abwehr der Berlinerinnen teils wie geplant in höchste Alarmbereitschaft, aber eben auch teilweise in Schockstarre. Für das Publikum unverständlich war die Anzahl der unnötigen Fehlabstimmungen in der Berliner Abwehr, die man eigentlich glaubte, nach den Verbesserungen der letzten Wochen nicht wieder sehen zu müssen. Daran änderte auch nicht, dass die Trainer Mitte des 2. Satzes noch Annalena Grätz zur Stabilisierung der Annahme auf das Feld brachten. Dies gelang in Bezug auf die von Grätz geleistete Abwehrarbeit ohne Zweifel, doch änderte dies nichts an dem desolaten Gesamteindruck des Teams. Die Berliner Trainer versuchten über einige Wechsel neue Akzente zu setzen, doch konnte keine der eingesetzten Spielerinnen das Ruder herumreißen.
Straubing dagegen zeigte ein außerordentlich gutes Zweitligaspiel mit vielen schnellen und variablen Angriffen, einer sicheren Annahme (nur 3 Fehler), gut strukturiertem Abwehrverhalten und einem zupackenden Block (9 Blockpunkte). Die Angriffe Straubings – selten eine Mannschaft mit so vielen genau gespielten Pipes gesehen – waren sicherlich – egal ob über Valbona Ismaili oder Paula Gürsching (Gäste MVP mit 24 Treffern) gespielt – eine Augenweide für den technisch-taktisch interessierten Betrachter. Bei allem anzuerkennenden Bemühen der Gastgeberinnen: Der BBSC kam kaum durch Block und Abwehr der Gäste hindurch. Die erfolgreichste Berliner Athletin war noch Paula Reinisch, die 12 Treffer erzielte und zur Berliner MVP des Abends gewählt wurde.
Es bleibt dem Berliner Betrachter, den Niederbayern für den geplanten Aufstieg viel Erfolg zu wünschen.
Auch Trainer Manuel Müller gratulierte Straubing „zu einer sehr disziplinierten und aggressiven Leistung – nach dem sicherlich enttäuschenden Spiel am letzten Wochenende gegen Vilsbiburg genau die richtige Antwort. Wir hoffen auf einen ähnlichen Weckruf-Effekt für unser Team am kommenden Wochenende beim Trip nach Planegg und Dingolfing.“
Die nächsten Heimspiele für die Berlinerinnen folgen erst am Wochenende 7. und 8. März gegen Köln und Planegg.
Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Christin Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva